Unterrichtsmethoden
Handlungsorientierter Unterricht
Der handlungsorientierte Unterricht nimmt seine Inhalte aus der konkreten Umwelt und Lebenswirklichkeit der Schüler. Sein Ziel ist es nicht nur ausschließlich Wissen zu vermitteln, sondern den Kindern die Möglichkeit zu geben, sich durch eigenes Tun und besonders durch die Versprachlichung der Handlungsabläufe die Umwelt zu erschließen. Daneben ist auch die eigenverantwortliche Zusammenarbeit mit anderen Kindern unter Einbeziehung möglichst vieler Sinne von Bedeutung.
An der Michael-Ende-Schule wird überwiegend entsprechend des handlungsorientierten Unterrichtskonzeptes gearbeitet. Somit ist eine weitgehende Abkehr vom traditionellen Frontalunterricht (reine Wissensvermittlung) hin zum schülerorientierten Unterricht erfolgt. Dies ist besonders wichtig, um unseren Schüler mit ihren individuellen Beeinträchtigungen gerecht zu werden.
Werkstattunterricht
Eine Möglichkeit, das Konzept der Handlungsorientierung zu verwirklichen ist die Werkstattarbeit. Im Gegensatz zum Frontalunterricht ist im „Werkstattunterricht (...) nicht nur die Vermittlung des Lernstoffes von Bedeutung, sondern auch die individualisierende und gemeinschaftsbildende Arbeitsform.“ www.Uni-Koblenz.de
Der Werkstattunterricht berücksichtigt die Lebenswirklichkeit der Kinder, fördert die Kreativität und Fantasie der Schüler und kommt ihrem Tätigkeits-, Bewegungs- und Entdeckungsdrang entgegen (vgl. Richtlinien der Grundschule, S.10,2002).
Das Wort „Werkstattunterricht“ drückt aus, dass der Unterricht in der Art einer Werkstatt abläuft:
- Die Schüler arbeiten.
- Sie arbeiten an Verschiedenem.
- Sie arbeiten alleine oder in Gruppen.
- Sie arbeiten zum Teil selbständig, d.h. ohne die Hilfe des Lehrers; dieser wird zum Moderator, der Lernprozesse anregt, indem er Aufgaben, Material und Hilfsmittel zur Verfügung stellt und die Schüler berät. (vgl. Reichen, J. : Lesen durch Schreiben, Heft 2 1988 S.17)
Die Michael-Ende-Schule versteht unter Werkstattunterricht eine Unterrichtsform, in der die Schüler möglichst selbständig an vom Lehrer geplanten Pflicht- und Wahlaufgaben arbeiten. Dabei wählen sie die Reihenfolge, in der sie die Aufgaben bearbeiten und bestimmen ihr eigenes Lerntempo. Besonders berücksichtigt werden bei der Aufgabenstellung und bei der Bereitstellung der Materialien die individuellen, behinderungsspezifischen Bedürfnisse unserer Schüler.
(Lern)werkstätten werden meistens fächerübergreifend eingesetzt. So könnte zum Beispiel die Bearbeitung des Unterrichtsthemas „Haustiere“ sowohl die Fächer Sachunterricht, Sprache, Mathematik als auch das Fach Kunst umfassen. Darüber hinaus bieten sich dabei zahlreiche Möglichkeiten, im Bereich der Psychomotorik zu arbeiten. Oft ist eine Werkstatt auch projektorientiert. Andererseits ist es aber auch möglich eine Lernwerkstatt fachbezogen aufzubauen, wie z.B. bei einem Thema „Festigung des 100er-Raumes“ im Fach Mathematik.
Wochenplan
Bei der Wochenplanarbeit handelt es sich um ein unterrichtsorganisa- torisches Konzept. Es ist eine Form des offenen Unterrichts auf der Basis der vorgeschriebenen Lehrpläne.
Jeder Schüler einer Klasse bekommt zu Beginn der Woche einen schriftlichen Plan, der eine Reihe verschiedener Aufgabenstellungen enthält. Das Lernangebot berücksichtigt im wesentlichen Inhalte und Ziele der Fächer Deutsch und Mathematik. Manchmal werden auch Themen aus dem Sach- und Kunstunterricht hinzugenommen. Der Wochenplan enthält Pflichtaufgaben, die von allen Schülern erledigt werden müssen und Wahl- oder Zusatzaufgaben, die die Schüler nach Neigung und Lerntempo aus einem bestimmten Aufgabenangebot wählen können. Den Wochenplan bearbeiten die Schüler in der Regel 1-2 Stunden täglich während des Unterrichts. Er kann zusätzlich auch als Hausaufgabenplan gelten. Arbeitsorganisation und Zeiteinteilung liegen in der Verantwortung der Schüler. Die Kinder lernen so eigenständiges und eigenverantwortliches Lernen: ein zentrales Anliegen der neuen Richtlinien und Lehrpläne für Grundschulen.
Diese Form des Unterrichts bietet zudem die Möglichkeit, auf die einzelnen Fähigkeiten und den momentanen Leistungsstand der Schüler einzugehen, indem der Arbeitsplan individuell auf den einzelnen Schüler abgestimmt wird. So können zusätzlich zielgerichtet Schwächen abgebaut bzw. Begabungen gefördert werden. Wenn ein Schüler Schwierigkeiten mit der Bearbeitung bestimmter Aufgaben hat oder einen Lernstoff noch nicht sicher beherrscht, kann er zunächst einen Mitschüler um Hilfe bitten (kooperative Sozialform des Helferprinzips). Da der Lehrer vorwiegend als Berater bzw. Helfer fungiert, gewinnt er Zeit, die einzelnen Schüler besser zu beobachten und noch differenzierter auf sie einzugehen zu können.
Rückmeldungen über die Arbeitsergebnisse können grundsätzlich auf zwei Wegen erfolgen: Zum einen in Form von Selbstkontrollen (Schüler) und zum anderen in Form von Fremdkontrollen (Lehrer). Kontrollen durch
den Lehrer sind als pädagogisch begründete Beobachtungen und Diagnosen des individuellen Lernfortschritts in unserer Schulform unverzichtbar.
Computereinsatz
In jedem Klassenraum der Michael-Ende-Schule befinden sich derzeit zwei bis drei Computer. Der Einsatz von Computern mit speziellen Lernprogrammen ist Bestandteil des täglichen Unterrichts und der sonderpädagogischen Förderung (z.B. Programme zur auditiven und visuellen Wahrnehmung, Rechtschreibung, Mathematik usw.)
Außerdem gibt es in unserer Schule einen Computerraum mit sechs PCs, die internetfähig und untereinander vernetzt sind.
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